Historisches Funkereignis: Telegrafenstrecke zwischen Mainz und Metz wird lebendig!

Am 24. August 2025 erinnern 23 Standorte in Rheinland-Pfalz, Saarland und Lothringen an die optischen Telegrafen von Claude Chappe.
Am 24. August 2025 erinnern 23 Standorte in Rheinland-Pfalz, Saarland und Lothringen an die optischen Telegrafen von Claude Chappe. (Symbolbild/MS)

Lebach, Deutschland - Am Sonntag, dem 24. August, wird eine historische Veranstaltung an 23 ehemaligen optischen Telegrafenstationen zwischen Mainz und Metz stattfinden. Der Anlass an diesem besonderen Tag von 10 bis 15 Uhr ist die Gedenkveranstaltung für das Telegrafensystem, das ursprünglich von Claude Chappe im Auftrag von Kaiser Napoleon eingerichtet wurde. Dieses System, das hauptsächlich militärische Kommunikation ermöglichte, spielte von seiner Inbetriebnahme bis 1813 eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Kommunikation.

Der Startpunkt der Veranstaltung wird in der Zitadelle von Mainz liegen, von wo aus die Grußbotschaft bis nach Metz gesendet wird. Diese wird von französischen Funkamateuren empfangen, die die Botschaften heute mit modernen UKW-Sende- und Empfangsgeräten übermitteln. Damit wird eine Brücke zwischen der historischen Übertragungsmethode, die durch bewegliche Zeigerbalken und Winker funktionierte, und der modernen funktechnischen Kommunikation geschlagen.

Optische Telegrafen und ihre Bedeutung

Claude Chappe, geboren 1763 in Brûlon, gilt als der Schöpfer der modernen Telegrafie. Er experimentierte mit elektrischen Signalen und entwickelte ein System, das über Berge und Türme Nachrichten über Hunderte von Kilometern in Minuten über maßgebliche Erfindungen austauschte. Dennoch hatte die Übertragung über längere Strecken vor Chappes Arbeiten erhebliche Einschränkungen hinsichtlich der Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Im Jahr 1791 gelang es Chappe schließlich, zwischen Parcé und Brûlon erste Nachrichten telegrafisch auszutauschen. Er hatte einen Apparat entwickelt, der 70 Zeichen, einschließlich Buchstaben und Zahlen, darstellen konnte. Sein System fand schnell Anwendung, da es eine signifikante Verbesserung der Kommunikation darstellte, die sowohl zivile als auch militärische Zwecke diente.

  • Historische Stationen im Saarland: Leitersweiler, Urexweiler, Humes, Hoxberg, Litermont, Siersburg und Ihn
  • Besondere Station: 414 Meter hoher Litermont in Nalbach
  • Aktivierungen durch den Ortsverband Lebach Q 15 des DARC e.V.

Die Telegrafenlinie zwischen Mainz und Metz war Teil eines größeren Netzwerks von optischen Telegrafen, das von Paris bis zu anderen wichtigen Städten in Europa, einschließlich London, betrieben wurde. Dieses Netzwerk entwickelte sich, bis Napoleon die Idee weniger priorisierte. Dennoch sind die Grundlagen der modernen Telekommunikation stark auf Chappes Erfindungen zurückzuführen.

Informative Angebote für Besucher

Während der Veranstaltung auf dem Litermontplateau bieten die Veranstalter den Besuchern interessante Einblicke in die Funktionsweise der napoleonischen Telegrafenstationen sowie in die Entwicklung der drahtlosen Kommunikation. Praktische Vorführungen sollen den Teilnehmenden das eindeutige Verständnis der historischen Kommunikationstechniken näherbringen.

Für Interessierte gibt es zudem die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren, indem sie die Webseite www.dl0mz.de/semaphoren-tag-2025 besuchen oder sich telefonisch unter der Nummer 01 75 1 15 12 48 melden.

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Ort Lebach, Deutschland
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