Zukunft des Handwerks: Experten diskutieren Ausbildung und Fachkräftemangel
Helmut Zimmer diskutierte am 16.11.2025 in Fraulautern die Zukunft des Handwerks und Fachkräftemangels mit lokalen Betrieben.

Zukunft des Handwerks: Experten diskutieren Ausbildung und Fachkräftemangel
Die Situation im deutschen Handwerk bleibt angespannt und herausfordernd. Bei einem aktuellen Treffen im Rahmen des BIWAQ-Projekts ErFolQ² in Saarlouis-Fraulautern, betonte Helmut Zimmer, Präsident der Handwerkskammer des Saarlandes, die wesentliche Rolle des Handwerks als Stabilitätsfaktor in der Region. In Gesprächen mit Astrid Vogel, verantwortlich für Gewerbeentwicklung im BIWAQ-Projekt, und Vertretern von Handwerksbetrieben wurde über die Zukunft des Handwerks und anhaltende Herausforderungen diskutiert. Die Debatte umfasste dringende Themen wie Bürokratie, Schulpolitik und den anhaltenden Fachkräftemangel, der im Handwerk besonders drängend ist.
Wie die Bundesagentur für Arbeit festgestellt hat, sind 38% der Ausbildungsstellen im Handwerk unbesetzt. Im August 2024 wurden 130.000 Arbeitsstellen im Handwerk gemeldet, was einen Rückgang von 6% im Vergleich zum Vorjahresmonat darstellt. Jeder dritte Handwerksberuf wird als Engpassberuf eingestuft, wobei die Engpässe vor allem in den Bereichen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Energietechnik sowie Bau- und Ausbauberufen deutlich ausgeprägt sind. Dies zeigt, wie wichtig es ist, innovative Lösungsansätze zu entwickeln, um den Ausbildungsmarkt zu stabilisieren.
Herausforderungen im Handwerk
Helmut Zimmer betonte die Notwendigkeit, Ausbildungsinhalte zu überarbeiten und soziale Kompetenzen zu fördern, um junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen. Mit Hilfe geeigneter Werbekanäle, insbesondere durch Auszubildende selbst, sollen zukünftige Fachkräfte gezielt angesprochen werden. Die Karrierechancen im Handwerk sind gut, jedoch bleibt der Wettbewerb um die besten Auszubildenden aufgrund des Fachkräftemangels intensiv. Dennoch zeigt die aktuelle Ausbildungslage positive Entwicklungen: Im Jahr 2024 wurden im Handwerk 135.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Dies entspricht einem leichten Plus im Vergleich zu 2023, obwohl immer noch viele Stellen unbesetzt bleiben.
In der Diskussion wurde auch auf erfolgreiche Modelle hingewiesen, etwa in St. Wendel, wo eine enge Zusammenarbeit mit Schulen dazu beigetragen hat, die Jugendarbeitslosigkeit erheblich zu reduzieren. Die Anwesenden waren sich einig über die Vorzüge des Handwerks, das kreative Tätigkeiten, sichere Arbeitsplätze und eine regional verankerte Ausbildung bietet.
Aussichten und Entwicklungen
Der Berufsbildungsbericht 2025 zeigt eine stagnierende Entwicklung im Ausbildungsmarkt und verdeutlicht die Herausforderungen, die auf das Handwerk zukommen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Deutschland insgesamt sank auf 486.700, was einen Rückgang von etwa 2.500 im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Vor allem im Westen Deutschlands liegt die Zahl der abgeschlossenen Handwerksverträge bei rund 115.500. Auch die Zahl der Anschlussverträge sank um über ein Fünftel, was die Notwendigkeit zur Unterstützung der dualen Ausbildung unterstreicht.
Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), fordert daher mehr Unterstützung für die duale Ausbildung und die rechtliche Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Diese Forderung wird durch die Statistiken untermauert, die zeigen, dass trotz der Herausforderungen ein großer Pool an Talenten im Handwerk vorhanden ist. Ein ell elastischer Ansatz könnte helfen, den Fachkräftemangel langfristig zu bekämpfen.
Insgesamt wird deutlich, dass eine stärkere Vernetzung zwischen Betrieben, Schulen und der heimischen Industrie vonnöten ist, um die Herausforderungen des Handwerks effektiv zu meistern und gleichzeitig die Attraktivität für zukünftige Fachkräfte zu steigern. Die Diskussionen im Rahmen des BIWAQ-Projekts zeigen, dass es anscheinend einen Weg gibt, diese Herausforderungen aktiv anzugehen und das Handwerk als fördernden Bestandteil der regionalen Wirtschaft weiter zu etablieren.
Für mehr Informationen über den Fachkräftemangel im Handwerk können Sie die Berichte von Bundesagentur für Arbeit, die Entwicklungen im Ausbildungsbereich durch Handwerk.com und die Rolle des Handwerks als Stabilisationsfaktor durch Handwerksblatt nachlesen.